Häufig gestellte Fragen für Ehrenamtler

Was bietet mir der Betreuungsverein?
Der Betreuungsverein Lebenshilfe Brandenburg e.V. steht Ihnen, dem ehrenamtlichen Betreuer, beratend zur Seite.
Ferner sind Sie als Mitglied in Ihrer ehrenamtlichen Betreuungstätigkeit haftpflicht- und unfallversichert.

Ist die Beratung in Ihrem Verein kostenpflichtig?
Nein.

Was ist eine rechtliche Betreuung?
Erst wenn alle anderen Hilfs- und Unterstützungsangebote nicht mehr ausreichend sind, wird für Menschen, die aufgrund einer psychischen, körperlichen und/oder geistigen Behinderung in ihrer selbstständigen Lebensführung so sehr eingeschränkt sind, zur Regelung ihrer Angelegenheiten ein rechtlicher Betreuer bestellt.
Der rechtliche Betreuer ist der GESETZLICHE VERTRETER des Betroffenen.

Wer kann eine rechtliche Betreuung beantragen? An wen kann ich mich wenden, um eine rechtliche Betreuung anzuregen?
Jeder mündige Bürger kann formlos eine rechtliche Betreuung beim Amtsgericht,  der örtlichen Betreuungsbehörde oder im Betreuungsverein anregen. Der oder die Betroffene kann sie auch selbst beantragen.  Diese Anregung kann auch anonym erfolgen.

Das zuständige Gericht entscheidet nach Anhörung der betroffenen Person und unter Hinzuziehen von ärztlichen Gutachten, Sozialberichten und eventuellen Befragungen von Angehörigen über
-    Notwendigkeit einer rechtlichen Betreuung
-    Aufgabenkreis des Betreuers
-    Person des Betreuers
-    Eventuell Einwilligungsvorbehalt

Wo finde ich eine Betreuungsstelle in meiner Nähe?
Bei uns auf der Internetseite unter Standorte oder fragen sie in der Betreuungsbehörde in Ihrer Nähe nach.

Ist eine rechtliche Betreuung kostenlos?
Nein – abhängig vom Einkommen und Vermögen bezahlt entweder die Landesjustizkasse oder der Betroffene selbst die Vergütung. Wenden Sie sich bei Fragen an die nächste Betreuungsstelle.

Welche Bereiche umfasst eine rechtliche Betreuung?
Vom Betreuungsgericht werden Aufgabenkreise festgelegt, die den Handlungsrahmen für den rechtlichen Betreuer darstellen. Die Aufgabenkreise gestalten sich so, dass der betroffene Mensch nur in den Bereichen vertreten wird, in denen er Hilfe braucht.
Mögliche Aufgabenkreise:
-    Vermögenssorge
-    Behördenangelegenheiten
-    Rentenangelegenheiten
-    Aufenthaltsbestimmungsrecht
-    Unterbringung, unterbringungsähnliche Maßnahmen (z.B. Bettgitter)
-    Gesundheitsfürsorge, Heilbehandlung
-    Wohnungsangelegenheiten
-    Wohnungsauflösung, Kündigung des Mietverhältnisses
-    Öffnen und Entgegennehmen der Post

Wer gibt mir Hilfe und Unterstützung bei der Beantwortung von Fragen, im Zusammenhang mit einer rechtlichen Betreuung?
Der Betreuungsverein Lebenshilfe Brandenburg e.V. mit seinen Standorten in Ihrer Nähe, die Betreuungsbehörde und die Rechtspfleger im Betreuungsgericht.

Welche Voraussetzungen muss ein rechtlicher Betreuer erfüllen?
Er muss grundsätzlich bereit sein, die Betreuung zu übernehmen und aufgrund seiner Lebenserfahrung geeignet sein. Die Eignung wird durch das Betreuungsgericht und die Betreuungsbehörde geprüft.
Er darf selber keine Schulden haben.

Wird der Betreute bei einer rechtlichen Betreuung entmündigt?
Nein. Durch die Anordnung des Einwilligungsvorbehalts kommt es zur Einschränkung der Geschäftsfähigkeit.

Darf der Betreute sein Geld noch allein verwalten?
Ja, wenn kein Einwilligungsvorbehalt angeordnet wurde.

Was ist ein Einwilligungsvorbehalt?
Bei Anordnung des Einwilligungsvorbehalts in der Vermögenssorge muss der Betreuer sein Einverständnis vor Abschluss eines Rechtsgeschäfts geben oder dieses nachträglich genehmigen. Der Betreute wird dann einem beschränkt Geschäftsfähigen gleichgestellt.
Gelder, die dem Betreuten durch den Betreuer zur freien Verfügung bereitgestellt werden, unterliegen nicht dem Einwilligungsvorbehalt.