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Ehrenamtlich betreuen nicht allein Ehrenamtler Hausnotruf

Zum Welthospiztag am 10. Oktober

Als Betreuungsverein beraten wir viele Menschen zu Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen und Patientenverfügungen. Meistens sitzen wir also irgendwann gemeinsam über den drei großen Fragen der persönlichen Vorsorge.
Bei den ersten beiden geht das erstaunlich schnell.
Wer soll sich um meine Angelegenheiten kümmern, wenn ich es selbst nicht mehr kann? Wer darf mein Konto verwalten? Wer stellt Anträge für mich? Wer telefoniert mit Behörden, die man eigentlich schon im gesunden Zustand nicht besonders gern anruft?
Darüber lässt sich reden. Meistens fällt es den Menschen nicht schwer, eine Person ihres Vertrauens zu benennen.
Dann kommen wir zur Patientenverfügung.

Und plötzlich wird es still.

Denn bei der Frage, wie wir medizinisch behandelt werden möchten, wenn wir selbst nicht mehr entscheiden können, geht es nicht mehr um Papierkram. Es geht um Krankheit. Um Abhängigkeit. Um Sterben. Also um Dinge, über die man verständlicherweise lieber nicht beim Kaffee nachdenkt.

Vielleicht ist das der Grund, warum wir ihnen so gern ausweichen.

Wie groß diese Scheu sein kann, haben wir im vergangenen Jahr bei einer unserer Veranstaltungen erlebt. Eine Mitarbeiterin des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes war bei uns zu Gast. Sie hat auf eine sehr lebensnahe und menschliche Art über Hospizarbeit und Palliativversorgung gesprochen, Ängste genommen und einen Zugang zu einem Thema geschaffen, um das wir im Alltag gern einen großen Bogen machen.

Es war eine wunderbare Veranstaltung – und trotzdem kamen nur wenige Menschen.
Das war schade. Aber eigentlich auch wieder verständlich. Denn wer beschäftigt sich schon freiwillig mit der eigenen Endlichkeit?
Aber eine Patientenverfügung deshalb ganz ausblenden und die Entscheidung irgendwann anderen überlassen?
Vielleicht hilft es, das Thema einmal anders zu betrachten: Eine Patientenverfügung ist kein düsterer Brief an den Tod. Sie hält fest, was uns wichtig ist und was wir uns für eine schwere Zeit wünschen, wenn wir selbst nicht mehr entscheiden können.
Und sie kann unseren Angehörigen eine schwere Entscheidung abnehmen. Denn wenn wir selbst nicht mehr sagen können, was wir wollen, bleibt sonst vielleicht die Frage:

„Was hätte sie gewollt?“
„Was hätte er entschieden?“

Das ist eine große Verantwortung. Vielleicht können wir sie unseren Angehörigen ein Stück weit erleichtern, indem wir heute noch selbst festhalten, was uns wichtig ist.
Vielleicht ist der Welthospiztag am 10. Oktober ein guter Anlass, darüber nachzudenken.
Wir als Betreuungsverein beraten und unterstützen Sie gern zu Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.

Denn Vorsorge kann ein Zeichen von Fürsorge sein – für uns selbst und für die Menschen, die uns wichtig sind.

Ch. Häusler
Betreuungsstelle Forst